Der Briefwechsel der Schubert-Freundeskreise. Kommentarbände

Projektdetails

Beschreibung

Der Briefwechsel der Freundeskreise um Franz Schubert aus den Jahren 1811-1830 stellt eine wertvolle Dokumentation zur österreichischen Kultur- und Geistesgeschichte der Biedermeierzeit dar. Der Großteil der Briefe befindet sich noch im Familienbesitz von Nachfahren der Schubert-Freunde und war bislang nur in sehr knappen Exzerpten bekannt. In Kürze wird die Edition der Dokumente, gesammelt und herausgegeben von Till Gerrit Waidelich, im Druck erscheinen. Das Ziel des Projekts besteht darin, diese wichtige Quellensammlung mit einem detaillierten Kommentar zu allen 800 Einzelbriefen zu komplettieren.
Die Erschließung der Quellen und der differenzierte und umfassende Kommentar zur Edition sind unverzichtbare Hilfsmittel für den Wissenschaftler und den kulturgeschichtlich interessierten Leser. Er bietet Bausteine zur Kontextualisierung der Dokumente sowie eine Grundlage zum umfassenden Verständnis der Zeit. Differenzierte Themenkommentare, Kurzbiographien und Register sollen den gezielten Zugang zu allen erdenklichen Informationen betreffend musikgeschichtliche, kunsthistorische, biographische und sozialgeschichtliche Fragestellungen ermöglichen. Ein komplexes Verweissystem dient dazu, die Briefe von rund fünfzig sehr unterschiedlich profilierten Schreibern, die in der Edition streng chronologisch erscheinen, sinngemäß untereinander zu vernetzen.

Die Arbeit am Kommentar beruht großteils auf den Materialien, die bereits im Zusammen-hang mit den Dokumentenbänden gesammelt wurden. Zusätzlich müssen jedoch noch weitere Archivstudien und Bibliotheksrecherchen betrieben werden, um die Grundlagen der Ausgabe gewissenhaft abzusichern. Im Einzelfall wird sogar eine neuerliche Autopsie der Quelle von-nöten sein.
Der Kommentar zu den rund 800 Einzelbriefen soll Folgendes umfassen:
– archivalische Nachweise der dokumentierten Quellen
– sorgfältige Beschreibung der Überlieferung
– allgemeiner Kommentar
– Themenkommentar
– Einzelstellenkommentar
– Biographische Informationen zu den Schreibern und erwähnten Personen
– geographische Erläuterungen
– Verzeichnisse der erwähnten Kunstwerke und Dichtungen
– Register (Namen, Orte, Werke, Sachen)
Eine wesentliche Herausforderung besteht darin, die äußerst heterogenen Anforderungen und Fragestellungen der Einzeldisziplinen (Musikwissenschaft, Kunstgeschichte, Germanistik, Theologie, Philosophie) an diesem Material in angemessenem Maße einzulösen, so dass jedem Leser und der Leserin eine weitgehend erschöpfende und anregende Informationsbasis an die Hand gegeben wird.

Anders als Otto Erich Deutsch in dem Vorwort zum Dokumentenband 1964 noch vermutete, sprechen die biographischen Quellen nicht für sich selbst, sondern müssen durch korrespon-dierende Dokumente und Erläuterungen der Hintergründe erst erschlossen und kontextuali-siert werden. Der Quellenbestand des Editionsteils ist äußerst vielseitig, die in ihm behandel-ten Gegenstände sind von hohem allgemeinen und kulturgeschichtlichen Interesse. Sie betreffen nicht nur die Biographie, sondern auch die Werke und die geistige und soziale Entwick-lung einer ganzen Reihe herausragender Österreicher in deren Jugendzeit und bieten ein Spie-gelbild österreichischer Zeit- und Mentalitätsgeschichte.
Ziel des beantragten Projekts ist daher die Erstellung eines abschließenden und umfangreichen Kommentarteiles der bereits edierten Dokumentenbände. Wichtig ist dabei, dass diese Arbeit nicht – wie bei den oben genannten Editionsprojekten der Schubert-Forschung – im Sande verläuft oder Jahre später vorgelegt wird, sondern im unmittelbaren Anschluss an die Wiedergabe der Quellentexte erscheinen kann. Dies ist dadurch gewährleistet, dass der Bearbeiter des Kommentars identisch ist mit dem Herausgeber der Dokumentenbände.
KurztitelSchubert-Briefwechsel
StatusAbgeschlossen
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende16/11/0515/11/08

Systematik der Wissenschaftszweige 2002

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