Ein transdisziplinäres Forschungsprojekt zur Entwicklung von experimentellen Vermittlungsräumen am Beispiel von Klimawandel und Nachhaltigkeit

Beschreibung

Das zweijährige Forschungsprojekt umfasst Grundlagenforschung an den Schnittstellen von kultureller Demokratie, Kulturvermittlung und Klimawandel sowie die Entwicklung von experimentellen Vermittlungsräumen beispielhaft am Themenfeld Klimawandel und Nachhaltigkeit. Vordergründig ist dabei nicht, nach dem Prinzip des „Audience Development“ Zugänge für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln und diese einzubinden. Das Ziel besteht vielmehr darin, Handlungsräume zu öffnen, in denen soziale Ausschlüsse im kulturellen Feld herausgefordert werden und neue Öffentlichkeiten und Teilhabemöglichkeiten entstehen können. Das Projekt – und damit auch die Veranstaltungsreihe – widmet sich verschiedenen Ansätzen von physischen, mobilen und digitalen Vermittlungsräumen in Theorie und Praxis.
Ausgangspunkt ist ein Verständnis von Kultur als eine dynamische und konflikthafte Praxis, die im Alltagshandeln verschiedener Gruppen und Klassen ihren Ausdruck findet. Hier spielt eine grundlegende Rolle die Erkenntnis, dass Menschen in die kulturelle Bedeutungsproduktion und die damit verbundenen Machverhältnisse eingreifen können, indem sie selbst zu aktiven Kulturproduzent_innen werden. Dieser Kulturbegriff ist eingebettet in das übergreifende politische Ziel, Gesellschaftsveränderung im Sinne von Demokratie, Inklusion und Emanzipation aller Menschen zu erreichen.
Damit gehen wir nicht mehr vom klassischen (Kunst- und Kultur-)Publikum aus, das (nicht) „konsumiert“, sondern von der Perspektive der „citizens“. Anstatt den Fokus auf eine Demokratisierung von Kultur zu legen – im Sinne einer Erweiterung des Zugangs zu und Partizipation an dominanten kulturellen Formen und traditionellen Kunstinstitutionen – wird die Ausgestaltung einer cultural democracy angestrebt (Gaztambide-Fernandez 2013). „Kulturelle Demokratie“ wird dabei im Sinne einer Sicherstellung der Zugänge zu Ressourcen und Möglichkeiten von communities verstanden, um lokale kulturelle Praktiken als ein Mittel einzusetzen, aktiv an einer demokratischen Gesellschaft teilzuhaben. Dies löst einige Fragen aus:
Wenn im Sinne einer „Kulturellen Demokratie“ alle Menschen an Gesellschaft und Gesellschaftsgestaltung teilhaben und diese mitgestalten, was bedeutet das für die Vermittlungsarbeit, die auf einer Wissensvermittlung durch Expert_innen basiert? Welche neuen Formate und Methoden müssen für die Vermittlung an den Schnittstellen zu kritischer Kulturarbeit und kultureller Bildung entwickelt werden? Welche sozialen Vermittlungsräume im analogen und digitalen Raum können sich dadurch in Institutionen, Vereinen oder Initiativen öffnen? Wie kann der digitale Raum zur Entwicklung neuer Strategien in der Kulturvermittlung genutzt werden?
Wenn wir also von den Konzepten einer „Kulturelle Demokratie“ und von kulturellen Praktiken von „citizens“ ausgehen, so unsere These, dann können sich neue Formate und Methoden der Vermittlung entwickeln und Möglichkeiten der gesellschaftlichen Mitgestaltung eröffnen. Die dabei entstehenden neuen Räume möchten wir im Sinne von Experimentierräumen in Bezug auf physische, mobile und digitale Räume in den Blick nehmen.


KurztitelRäume kultureller Demokratie
AkronymSpaces of cultural democracy
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/12/1930/11/21

Schlagwörter

  • Kulturvermittlung, kulturelle Bildung, Kulturarbeit, kulturelle Demokratie