P 28261 Geschlecht, Hemisphäre und kognitive Strategien

Projektdetails

Beschreibung

Geschlechtsunterschiede in kognitiven Aufgaben werden auf unterschiedliche Strategien zurückgeführt. Diesen ist es – gerade im räumlichen Bereich – gemeinsam, dass Männer sich eher auf globalere Aspekte der Stimuli zu konzentrieren scheinen und Frauen auf lokalere Aspekte/Details. Erste Hinweise auf eine ähnliche Dissoziation im verbalen Bereich sind bekannt. Wie im Projekt J3165 gezeigt, gibt es tatsächlich Geschlechtsunterschiede in global-lokaler Verarbeitung, welche darüber hinaus stark zyklusabhängig sind. Da es hemisphärische Asymmetrien zwischen global und lokal gelenkter Aufmerksamkeit gibt, ist es naheliegend, dass Mechanismen inter-hemisphärischer Kommunikation (speziell Inhibierung) eine Rolle für global-lokale Verarbeitung spielen. Es wurde gezeigt, dass inter-hemisphärische Inhibierung und hemisphärische Asymmetrien während räumlicher und verbaler Aufgaben, hormonabhängig sind. Sie werden durch Östrogen verstärkt und durch Progesteron abgeschwächt. Daher sind sie in der späten follikulären Phase – kurz vor dem Eisprung – am stärksten und in der lutealen Phase – ca. eine Woche nach dem Eisprung – am schwächsten. Parallel dazu sind auch die Reaktionszeiteffekte während global-lokaler Verarbeitung in der lutealen Phase am schwächsten (J3165). Wir vermuten daher, dass die Modulation inter-hemisphärischer Kommunikation durch Östrogen und Progesteron, Geschlechtsunterschiede in der Selektion globaler und lokaler Stimulus-Aspekte erklärt, und die Grundlage für geschlechtsspezifische kognitive Strategien bildet.

Vergleich interhemisphärischer Konnektivität währen kognitiver Aufgaben gemessen mittels EEG und fMRI zwischen Männern und Frauen in verschiedenen Zyklusphasen. Korrelation interhemisphärischer Konnektivität mit Geschlechtshormonen gemessen mit Immunoendokrinologie

Dieses Projekt soll die Interaktion zwischen den Hemisphären während global-lokaler Verarbeitung in Abhängigkeit von Östrogen und Progesteron mittels EEG und fMRI untersuchen und zu Geschlechtsunterschieden in räumlichen und verbalen Aufgaben in Beziehung setzen.
StatusAbgeschlossen
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/10/1530/09/19

Systematik der Wissenschaftszweige 2002

  • 55 Psychologie
  • 3702 Hirnforschung
  • 3509 Endokrinologie

Systematik der Wissenschaftszweige 2012 (6-Steller)

  • 302014 Endokrinologie
  • 301401 Hirnforschung

Systematik der Wissenschaftszweige 2012

  • 302 Klinische Medizin
  • 301 Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie

Publikationen

Human menstrual cycle variation in subcortical functional brain connectivity: a multimodal analysis approach

Hidalgo-Lopez, E., Mueller, K., Harris, T. A., Aichhorn, M., Sacher, J. & Pletzer, B., 1 Mär 2020, in : Brain Structure and Function. 225, 2, S. 591-605 15 S.

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikel

Open Access

Recruiting the right hemisphere: Sex differences in inter-hemispheric communication during semantic verbal fluency

Scheuringer, A., Harris, T. A. & Pletzer, B., 2 Jun 2020, in : Brain and Language. 207, 14 S., 104814.

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikel

Open Access

Use of an estradiol-based combined oral contraceptives has no influence on attentional bias or depressive symptoms in healthy women

Scheuringer, A., Lundin, C., Derntl, B., Pletzer, B. & Sundström Poromaa, I., 1 Mär 2020, in : Psychoneuroendocrinology. 113, 104544.

Publikation: Beitrag in FachzeitschriftArtikel