START-Projekt - Consciousness research across healthy vigilance states and disorders of consciousness

Projektdetails

Beschreibung

Die Erforschung von Bewusstsein und Informationsverarbeitung in veränderten Bewusstseinszuständen beschäftigt die Forschung seit jeher. Was macht Bewusstsein aus und ist man im Schlaf oder gar im Wachkoma noch teilweise bewusst? Das Ziel unserer Forschung ist es, genau diese Fragen zu beleuchten.
Bewusstseinsveränderungen treten nach schweren Schädel-Hirn Traumen (Wachkoma), aber auch bei gesunden Menschen auf. Jeder von uns erlebt diese Veränderungen tagtäglich, nämlich beim Einschlafen oder in Träumen. Die Beurteilung von Wachkomapatienten stellt selbst erfahrene Kliniker vor große Herausforderungen. Besonders beunruhigend dabei ist die Tatsache, dass Wachkoma-Patienten in ihrem bewussten Erleben oft unterschätzt werden. Bedeutet denn die Abstinenz von Sprache und Motorik tatsächlich, dass diese Patienten nichts mehr wahrnehmen?
Das vorliegende Projekt versucht mittels Gehirnwellen- (Elektroenzephalographie, EEG) und Hormonmessungen besser zu verstehen, in welchem Zustand sich Patienten befinden. Darüber hinaus versuchen wir Vorhersagen über den zukünftigen Verlauf des jeweiligen Bewusstseinszustandes zu treffen. Verschiedene Schlafphasen bei gesunden Probanden (Leicht- und Tiefschlaf sowie Traumschlaf) dienen uns dabei als Analogie für verschiedene Bewusstseinszustände bei Wachkomapatienten.

Polysomnographie (EEG, EOG, EMG, EKG)
funktionelle Kernspintomographie (fMRT); DTI, VBM
Hormonmessungen (Melatonin, ...)

1) Zum Ersten soll untersucht werden, ob die spontan auftretende Gehirnaktivität im Schlaf und Wachzustand Vorhersagen bezüglich des weiteren Verlaufs des Zustandes von Wachkomapatienten erlaubt und die klinische Diagnose bestätigt.
2) Zum Zweiten erfassen wir das Ausmaß der tageszeitlichen Schwankungen der Aufmerksamkeit und des Bewusstseins (Zirkadianik) im Wachkoma und versuchen Testungen dort anzusetzen, wo die höchste Gehirnaktivität und Reaktionsfähigkeit zu erwarten ist. Gerade im Wachkoma kommt es hier leider häufig zu schweren Beeinträchtigungen mit Schlaf- und Wachphasen, die unregelmäßig über den gesamten 24 Stunden Tagesverlauf verteilt sind. Stimulation mit sehr hellem Licht während der Tagphasen und vor den Testungen soll zudem zur Steigerung der Reaktionsfähigkeit der Patienten beitragen.
3) Zu guter Letzt widmen wir uns der Informationsverarbeitung. Hier geht es darum zu untersuchen in wie weit Informationsverarbeitung noch möglich ist, wenn das Bewusstsein schwindet.
KurztitelSTART-Projekt - Consciousness across different vigilance states
StatusLaufend
Tatsächlicher Beginn/ -es Ende1/10/1431/12/21

Systematik der Wissenschaftszweige 2012

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Systematik der Wissenschaftszweige 2002

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