Description
In den Lehrplänen der deutschsprachigen Länder Österreich, Deutschland und Schweiz war und ist meist von einer (deutschen) „Standardsprache“ als Unterrichtssprache und Ziel des Deutschunterrichts die Rede (Hochholzer 2004; Steiner 2007; De Cillia/Ransmayr/Fink 2019). Allerdings variiert nicht nur die Standardsprache nach Land und Region, auch die Einschätzung von Lehrpersonen und Schüler:innen differiert in der Frage, was dem Gebrauchsstandard imSchulunterricht entspricht (Buchner/Elspaß 2018) – besonders bei einer Differenzierung zwischen gesprochener und geschriebener Sprache im Unterricht. Zudem nehmen Non-Standardvarietäten im Unterricht großen Raum ein (z.B. Buchner/Elspaß/Fuchs 2022 und Forstinger 2021 für Österreich; Steiner 2007 für die Schweiz; Hochholzer 2004 und Knöbl 2012 für Deutschland). Neben dieser ,inneren Mehrsprachigkeit‘ spiegelt sich die wachsende Zahl von Schüler:innen mit anderen Muttersprachen als Deutsch in einer ,äußeren Mehrsprachigkeit‘ – nicht nur auf den Schulhöfen, sondern auch im Klassenzimmer (z.B. Fuchs/Elspaß 2019: 17f., 33 für Österreich). Dieses Spannungsverhältnis zwischen bildungspolitischen Vorgaben und
Unterrichtsalltag/-realität wirft die Frage auf, ob die Verwendung verschiedener Varietäten und auch Sprachen im Unterricht als Hindernis wahrgenommen wird (Katrin Kleinschmidt-Schinke 2018) – oder als Ressource beim Aufbau einer differenzierenden sprachlichen Kompetenz der Schüler:innen.
Der Vortrag möchte diese Frage aus der Sicht von österreichischen Lehrpersonen und
Schüler:innen beantworten. Zu diesem Zweck wurden deren Wahrnehmungen und
Einstellungen gegenüber der inneren und äußeren Mehrsprachigkeit im schulischen Alltag anhand von Onlineumfragen und Interviews untersucht. Zum Vergleich mit der
Unterrichtswirklichkeit dienen Untersuchungen des sprachlichen Verhaltens von Lehrpersonen anhand von Unterrichtsmitschnitten. Die Datenerhebungen fanden im Rahmen des Salzburger Projekts „Wahrnehmungen von und Einstellungen zu Varietäten und Sprachen an österreichischen Schulen“ in vier Bundesländern an Handelsakademien und Handelsschulen statt. Die Daten weisen auf ein von Faktoren wie Region, Stadt vs. Land oder Unterrichtsfach geleitetes unterschiedliches Ausmaß an innerer und zum Teil auch äußerer Mehrsprachigkeit im Unterrichtsalltag. Überdies scheinen die Befragten je nach Unterrichtssituationen und -kontext sehr differenzierende Wahrnehmungen zu haben, die sich etwa in ihren Bewertungen von „angemessenem“ Sprachverhalten spiegeln.
| Period | 4 Apr 2023 |
|---|---|
| Event title | LiDi 2023: Variation in language as a resource in language teaching |
| Event type | Conference |
| Location | Zürich, SwitzerlandShow on map |
| Degree of Recognition | International |
UN SDGs
This activity contributes to the following UN Sustainable Development Goals (SDGs)
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SDG 10 Reduced Inequalities
Fields of Science and Technology Classification 2012
- 602 Linguistics and Literature
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Research output
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