Salzburger Beobachtungskonzept

Project Details

Description

Das „Salzburger Beobachtungskonzept (SBK)“ wurde an der Universität Salzburg unter der Leitung von Mag. Dr. Andreas Paschon (ab 2007) in enger Zusammenarbeit mit der pädagogischen Praxis, Einrichtungsträgern und Ministerien entwickelt und findet als Tool für die Entwicklungsbeobachtung von Kindern von 0-15 Jahren (mit dem Schwerpunkt auf Kinder mit 3-6 Jahren) in Österreich, Deutschland, Luxemburg und Südtirol ein breites Anwendungsfeld. Im Rahmen dieser Kooperationen wurden bereits einige PLUS-Drittmittelprojekte realisiert (P139001_04, _13, _16 und _26).

Der praktische Einsatz von SBK in der Praxis ist an eine Zertifizierung (3 ganztägige Kursmodule) geknüpft – Im Rahmen dieser Kurse, sollen laufend die aktuellen Kursunterlagen, Beobachtungsbögen, Fallbeispiele - unter Einbindung der SBK-AnwenderInnen - evaluiert und weiterentwickelt werden, sodass bis 2024 eine Update-Version (im Sinne der Third Mission) vorliegt. Da der Fachbereich Erziehungswissenschaft in den letzten Jahren österreichweit in der Qualifizierung von Elementar-pädaogInnen wiederholt Pionierarbeit geleistet hat (Universitätslehrgang für Elementarpädagogik seit 2014, Studienergänzung Elementarpädagogik im Rahmen des BA-Studienplans Pädagogik seit 2018, hohe personelle Präsenz bei der Herausgabe der Zeitschrift Kita Aktuell Österreich sowie in der 2012 gegründeten Sektion Elementarpädagogik der Österreichischen Gesellschaft für Forschung und Entwicklung im Bildungswesen) legt die Weiterführung dieses Prestigeprojekts „Salzburger Beobachtungskonzept“ eine solide Datenbasis für gezielte evidenzbasierte forschungsgestützte Qualifizierungsmaßnahmen des Fachbereichs Erziehungswissenschaft auf unterschiedlichen Ebenen.

Die Projektmittel in dieser Phase entstehen durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Trägern im Rahmen von SBK-Implementierungskurses, wobei die anfallenden Kosten für die Kurspakete (SBK-Unterlagen, Beobachtungsbögen, Evaluationsmaterial etc. im Rahmen der Implementierung) durch die unterschiedlichsten Kooperationspartner abgegolten werden, sodass hier für die Universität Salzburg und die pädagogische Praxis eine Win-Win-Situation entsteht:

Mithilfe dieses Beobachtungskonzepts sollen PädagogInnen befähigt werden, professionell(er) und effizient(er) zu beobachten. SBK ist eine praxisnahe und wissenschaftlich fundierte Konzeption, die den Blick für das einzelne Kind schärft. SBK orientiert sich am aktuellen BildungsRahmenPlan, der in allen österreichischen elementarpädagogischen Einrichtungen Gültigkeit hat.

Kenntnis der individuellen Entwicklungslage und Orientierung an zentralen Einflussfaktoren der Lebenswelt des Kindes sind zentrale Bestandteile professioneller Handlungskonzepte im Erziehungs‐ und Bildungsprozess. Dabei umfasst wissenschaftlich fundierte Entwicklungsbegleitung
(a) den Aufbau und Förderung von Kompetenzen im Zuge der Bewältigung alterskorrelierter Entwicklungsaufgaben,
(b) die Prävention möglicher Risiken und Förderung von Resilienz,
(c) die Früherkennung von entwicklungshemmenden Prozessen und Planung kompensatorischer Maßnahme
(d) die professionelle Realisierung einer für das Kind förderlichen Erziehungspartnerschaft (Elternhaus, päd. Einrichtung, die allenfalls auch am Transitionsprozess beteiligt sind).

Die Umsetzung des Beobachtungskonzepts setzt einen Einführungskurs durch das SBK‐Projektteam voraus. Diese Einführung besteht aus drei Kurstagen. Diese Kurse können bei Bedarf in den Einrichtungen abgehalten werden ev. gemeinsam mit mehreren Einrichtungen einer Region. Schwerpunkte sind die Bearbeitung „eigener Filter“, Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Beobachtungsmethoden, Kennenlernen und Üben des Konzepts. Konkrete Fallbeispiele sowie eine personenbezogene Lizenzierung runden den Einführungskurs ab. Zwischen den Kursblöcken erproben die KursteilnehmerInnen SBK in der eigenen Einrichtung.



SBK stellt jedes Kind und seinen Entwicklungsverlauf ins Zentrum – praktikabel, effektiv und individuell. Beobachtung bildet die Grundlage für individuelle pädagogische Maßnahmen und die Reflexion der pädagogischen Arbeit. SBK baut mit seiner Kombination aus Screening und Fokussierung auf den Erkenntnissen der Entwicklungs‐ und Wahrnehmungspsychologie auf und ermöglicht es den derzeit rund 1.500 lizenzierten Anwenderinnen im Berufsalltag, ein wissenschaftlich fundiertes Beobachtungs¬setting praxistauglich anzuwenden. Tausende PädagogInnen wurden in die Weiterentwicklung dieses Konzepts über ein Jahrzehnt einbezogen. Mit SBK verschafft sich das pädagogische Personal auf nur vier Seiten (ein A3‐Blatt pro Kind) gezielte Orientierung. SBK kann unter entwicklungspsychologischen, systemischen und pädagogischen Aspekten als Bildungskompass dienen, der unter anderem folgende Bereiche abdeckt: Wahrnehmung, Grob‐ und Feinmotorik, Sprache, Kognitiver, Sozialer und Emotionaler Bereich, Kreativität, Rhythmisch‐musikalischer Bereich, Spiel‐, Lern‐ und Arbeitsverhalten sowie das Ich‐Umwelt‐Konzept. SBK liefert dabei relevante Informationen, die auch für gelingende Transitionsprozesse im Bildungssystem relevant sind.

In Abhängigkeit von „Angebot und Nachfrage“ ist zwar nur mit Einschränkung kalkulierbar (Stichwort: Covid) wie viele Implementierungskurse jährlich zustande kommen, dennoch kann davon ausgegangen werden, dass sich aufgrund der bestehenden Praxiskontakte mit unterschiedlichen Trägern und der anhaltenden Anfragen von Zielpersonen jährlich zwischen 3 und 10 Kurses zustande kommen, sodass über 2020 hinaus eine systematische Erhebung (auf Kohortenbasis) im Quer- und Längsschnitt ange¬strebt wird. In wie weit eine mittelfristige Umstellung der SBK-Analogbögen auf eine Digital-Variante von SBK aus der AnwenderInnen-Perspektive nützlich erscheint, könnte Rahmen einer Bedarfsanalyse bereits 2020/2021 erhoben werden.

Weitere Informationen zum Salzburger Beobachtungskonzept: https://sbk.sbg.ac.at/
AcronymSBK 2020
StatusActive
Effective start/end date1/07/2031/12/20